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Presseerklärung 28.10.2004
 

Ausbau des Flughafens Leipzig/ Halle – südliche Start- und Landebahn/ Kursdorf

Die geplante Drehung und Verschiebung der südliche Start- und Landebahn in Richtung Kernstadt um 100 m verbunden mit dem Werben um einen Großinvestor kann nach den optimistischen Prognosen der Flughafengeschäftsführung zur Schaffung von 3.000 neuen Arbeitsplätzen auf dem Flughafen führen. Dies ist eine Chance für die Stadt und die Region. Wird die Chance zur Wirklichkeit ist mit weiteren Ansiedlungen von Unternehmen in den Gewerbegebieten der Kernstadt und der Ortsteile sowie mit einer Steigerung der Einwohnerzahl zu rechnen. Dies wäre in jeder Hinsicht ein Gewinn für die Stadt, der allerdings durch den zu erwartenden Nachtflugverkehr zu Einschränkungen der Lebensqualität in der nördlichen Kernstadt und in den nördlichen Ortsteilen führen wird. Hinzu kommt, dass sich die Straßenverbindung zwischen der Kernstadt und den nördlichen Ortsteilen nach den Vorliegenden Unterlagen um mehrere Kilometer verlängern wird. Es besteht deshalb die Gefahr, dass die Attraktivität der Stadt Schkeuditz Schaden nehmen könnte. Ich bin der Meinung, dass die Last der Verbesserung der Infrastruktur im gesamten mitteldeutschen Wirtschaftsraum nicht ausschließlich die Stadt Schkeuditz tragen kann. Wenn es dem Flughafen zusammen mit der Staatsregierung gelingen sollte, diese und die von den Bürgern geäußerten Bedenken durch adäquate Lärmschutz- und Ausgleichsmaßnahmen auszuräumen, vermag ich mit Optimismus in die Zukunft zu blicken. Die bisher mit der Geschäftsführung des Flughafens geführten Gespräche, die zum Teil schon in Verträge wie zum Beispiel der Städtebauliche Vertrag zur Förderung und Sicherung der mit dem Bebauungsplan der Stadt Schkeuditz Stadtbereich Altscherbitz verfolgten Ziele der Wohnraumförderung nach § 11 BauGB in der ab 20.07.04 gültigen Fassung mündeten, bestätigen den Optimismus.

Mit diesem Vertrag beabsichtigt die Stadt Schkeuditz, für den Stadtbereich Altscherbitz im Bereich des bisherigen Klinikgebietes für zwei Wohngebiete südlich und nördlich der Leipziger Straße Bebauungsplanverfahren durchzuführen. Ziel der beabsichtigten Bauleitplanungen der Stadt ist insbesondere die Schaffung von Baurecht zur Ermöglichung von Um- und Ansiedlungen der Anwohner der Stadt, welche durch die Lärmauswirkungen des Infrastrukturvorhabens des Flughafens (Planfeststellungsverfahren für den Ausbau des Verkehrsflughafens Leipzig/ Halle mit Drehung der Start-/ Landebahn Süd einschließlich Vorfeld) erheblich betroffen werden. Es soll nach dem planerischen Willen der Stadt, den Personen, die wegen der anerkannten Lärmbetroffenheit beabsichtigen, ihre Wohngrundstücke zu verlassen, die Möglichkeit gegeben werden, sich im Bereich der Stadt Schkeuditz an anderer Stelle anzusiedeln.

Der Bebauungsplan erfasst Grundstücksflächen, die zum Zeitpunkt des Abschlusses dieses Vertrages im Eigentum des Freistaates Sachsen stehen. Der Flughafen ist schon derzeit besitz- und verfügungsberechtigt für die Bauleitplanung benötigter Grundstücksflächen.

Die Stadt hat als Träger öffentlicher Belange im laufenden Planfeststellungsverfahren Einwendungen gegen das Vorhaben des Flughafens erhoben. Die Einwendungen der Stadt Schkeuditz stützen sich besonders darauf, dass durch das Infrastrukturvorhaben des Flughafens die Planungshoheit der Stadt Schkeuditz berührt werde; Teile der Stadt seien durch die zu erwartende Lärmauswirkung des Vorhabens des Flughafens erheblich betroffen. Die Stadt Schkeuditz fordert daher ein „Schutzkonzept“, um die Belastungssituation in einzelnen Stadtbereichen zu mindern. Das mit der städtebaulichen Planung verfolgte Planungsziel trägt diesen Einwendungen Rechnung.

Jörg Enke
Bürgermeister

 
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