Beginn der Navigation
Navigation überspringen
Ende der Navigation
Beginn der Blöcke
Blöcke überspringen
Fluglärm
 
Beginn des Darstellungsformulares
Darstellungsformular überspringen
Ende des Darstellungsformulares
Beginn des Hauptinhaltes
Hauptinhalt überspringen
Stellungnahme der Stadt Schkeuditz zum Planfeststellungsverfahren zum Vorhaben Flughafen Leipzig/Halle, Start und Landebahn Süd mit Vorfeld
 

Stellungnahme der Stadt Schkeuditz vom 09.02.2004 zum Vorhaben Flughafen Leipzig/Halle , Start- und Landebahn Süd mit Vorfeld

Die Stadt Schkeuditz wurde mit Schreiben vom 05.11.2003 vom Regierungspräsidium Leipzig aufgefordert, zu den Planunterlagen Stellung zu nehmen.

Die Stadtverwaltung Schkeuditz hat die Unterlagen umfassend geprüft und detailliert dazu Stellung bezogen. Um die Auswirkungen des Vorhabens auf alle Lebensbereiche umfänglich beurteilen zu können, wurden in dem Prozess der Erarbeitung der Stellungnahme Sachverständigenrat durch Planungsbüros und einen Rechtsanwalt eingeholt.
Die Ortschaftsräte aus Kursdorf, Glesien und Radefeld gaben aus ihrer Sicht wertvolle Anregungen, die auch den Stadtrat in seiner Meinungsfindung unterstützte. Im Technischen Ausschuss am 20.01.2004 und in der Sitzung des Stadtrates am 04.02.2004 wurde die Thematik ausführlich diskutiert.

Ausgehend von der Kritik an der Nachvollziehbarkeit der Unterlagen und unzureichenden Gutachten wurde dabei ein besonderes Augenmerk auf die Lärmbelastung der Bevölkerung gelegt. Es wurde betont, dass die Ermittlung des Gesamtlärms unzureichend ist. Aufgrund der besonderen Belastungssituation in der Stadt Schkeuditz wurde eine Gesamtlärmuntersuchung gefordert, die nicht in erster Linie den Verursachern Anteile zuweist, sondern die zu erwartende Gesamtlärmbelastung und die effektivsten Maßnahmen zum Schutz vor den Belastungen aufzeigt. In Anbetracht dessen, dass mit der Planung eines Nacht-Fracht-Flughafens die höchste denkbare Belastung für die Bewohner einher geht, hat die Stadt Schkeuditz Betriebsbeschränkungen nachts gefordert. Die Praxis an anderen Flughäfen zeigt, dass das dem angestrebten Ziel eines Nacht-Fracht-Knotens nicht widerspricht. In der Stellungnahme wurde auch betont, dass verkehrslenkende Maßnahmen ergriffen werden müssen bis hin zur Kontingentierung der nächtlichen Bewegung auf der Südbahn. Eine der Hauptforderungen war die Gleichverteilung auf beiden Start- und Landebahnen.
Die im Bodenlärmgutachten des Planfeststellungsantrages gemachten Vorschläge für mögliche Lärmschutzwände wurden vom Stadtrat als nicht ausreichend betrachtet. Es wurden unter Berücksichtigung der konkreten örtlichen Verhältnisse in westliche und östliche Richtung verlängerte und auch höhere Lärmschutzwände in Kombination mit Schallschutzwällen gefordert.
Die Stadt Schkeuditz hat am 09.02.2004 eine 21-seitige, mit Ortschaftsräten, Bürgern und Interessengruppen besprochene, vom Stadtrat intensiv diskutierte und beschlossene Stellungnahme abgegeben, die sich wie folgt gliedert:

1. Planungsbetroffenheit
2. Antrag auf Planfeststellung und Erforderlichkeit und Dimensionierung des geplanten Ausbaus
3. Alternativen
4. Lärm
5. Verkehr
6. Landschaftspflegerischer Begleitplan (LBP)
7. Luftschadstoffe
8. Umweltverträglichkeitsstudie (UVS)
9. Sonstiges

Der vollständige Wortlaut der Stellungnahme kann hier nachgelesen werden:

Über die Stellungnahme der Stadt berichtete auch die LVZ in einer Serie:

Der Planfeststellungsbeschluss wurde am 04.11.2004 vom Regierungspräsidium Leipzig nach Abwägung öffentlicher und privater Belange erlassen. Die Forderungen der Stadt Schkeuditz wurden nur teilweise berücksichtigt. Unberücksichtigt blieb z.B. die Forderung der nächtlichen Betriebseinschränkungen sowie der Verlängerung und Erhöhung der Schallschutzwände und der Aufbau von Schallschutzwällen. Hinsichtlich der ökologischen Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen wurden die Forderungen der Stadt Schkeuditz in großem Umfang berücksichtigt. Als Beispiel kann die Umwandlung von Ackerflächen in Wald zwischen den Ortslagen Freiroda und Radefeld und der A14 sowie zwischen Papitz / Altscherbitz und der B6 neu genannt werden. Diese Anpflanzungen wurden dort vorgenommen, wo sie gleichzeitig als Schutz vor Boden- und Verkehrslärm dienen. Zu den Ausgleichsmaßnahmen gehört auch der Rückbau von insgesamt 40 ha befestigter Flächen, wie z.B. die Malzfabrik und das ehemalige Stadtbad in Schkeuditz.
Der Planfeststellungsbeschluss beinhaltet die Möglichkeit, die Start- und Landebahn Süd zu drehen und zu verlängern sowie beide Start- und Landebahnen im Parallelbetrieb und zeitlich uneingeschränkt zu nutzen. Die Entwicklung des Flughafens Leipzig/Halle zum Luftfrachtdrehkreuz war damit auf den Weg gebracht. Das war der entscheidendste Aspekt für DHL, von Brüssel nach Schkeuditz umzusiedeln und am Flughafen Leipzig/Halle zu investieren, um Frachtgut in alle Welt umzuschlagen. Damit war allen klar, dass es erheblich lauter wird.

 
Zur Druckansicht